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Verloren im Dschungel der SAP-Produkte für HR? SAP HXM On-Prem PA, SF EC, H4S4 PA

So ein bisschen erinnert mich die Diskussion manchmal an ein altes Lied der Fantastischen Vier „MfG – mit freundlichen Grüßen“. Jede Menge Abkürzungen und bei vielen Zuhörern wenig Klarheit. Wir würden gerne mit Ihnen darüber diskutieren, warum SF EC für viele eine tolle Idee ist und wer mit SAP HXM onPrem PA (vormals SAP HCM onPremise) noch einige Zeit gut klarkommt. Und warum SAP HXM onPrem PA von H4S4 PA abgelöst wird.


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Verloren im Dschungel der SAP-Produkte für HR? SAP HXM On-Prem PA, SF EC, H4S4 PA

Selten hat die SAP uns Personalern so viele Möglichkeiten geboten.

Leider fühlen sich viele von dem reichlichen Angebot überfordert und sehnen sich nach den alten Zeiten, in denen es ein System gab – SAP HCM On-Premise. Dort hatten wir es uns kuschelig eingerichtet und kannten uns perfekt aus. Warum also neue Wege einschlagen?

Der Hauptgrund: Die Laufzeit von SAP HCM On-Premise ist begrenzt. Sie endet 2027 und kann dann ggf. nochmals um drei Jahre gegen eine höhere Wartungspauschale verlängert werden. Dann aber soll endgültig Schluss sein.

Als Übergangslösung für die Zeit ab dem dritten Quartal 2022 bis immerhin mindestens 2040 bietet die SAP dann die Lösung mit dem etwas sperrigen Namen SAP Human Resources for HANA On-Premise Edition (kurz:H4S4) an. Diese Lösung ist tatsächlich als eine reine Übergangslösung für die Unternehmen gedacht, die noch nicht in die Cloud gehen wollen oder können und die Zeit gewinnen möchten.

Was erwartet uns in den nächsten Jahren in SAP HCM On-Premise?

Mit dieser Lösung ist es wie mit so vielen Dingen, sie gelten als „altmodisch, nicht mehr zeitgemäß“ oder neudeutsch „outdated“. Dabei erfreuen sie sich nach wie vor bester Gesundheit. Doch wer glaubt, dass dieser Zustand dann noch über die nächsten Jahre hinaus anhalten wird, der irrt meiner Überzeugung nach. So sehr ich und viele meiner Mitstreiter im Beratungsgeschäft diese Lösung auch lieben, und so hochangepasst diese Lösung bei vielen von Ihnen auch im Einsatz ist, so klar ist eins: Diese Lösung wird kaum bis nicht weiterentwickelt und 2030 aus der Wartung verschwinden. Warum ich mir da so sicher bin? Aus drei Gründen: Zunächst einmal, weil es der SAP SE sehr ernst ist mit dem Weg in die Cloud und zweitens weil 2030 in technischen Lösungen eine sehr lange Laufzeitzusage ist. Denn Ende 2030 wird unser SAP HCM älter als 20 Jahre sein. Fragen Sie sich doch einmal, welche Softwarelösung Sie einsetzen, die mehr als 20 Jahre lang supportet wurde.

Der dritte Grund liegt in der neuen Lösung H4S4.

Was wird die Zielrichtung der neuen Lösung H4S4 sein?

H4S4 zielt genau auf die Kunden, die noch nicht in eine reine Cloud-Lösung gehen wollen oder können. Diese können voraussichtlich ab dem dritten Quartal 2022 auf H4S4 wechseln. Diese Lösung bietet alles, was wir bislang aus dem SAP HCM kennen. Zusätzlich dürfen wir auf einige neue, benutzerfreundliche Oberflächen hoffen und selbstverständlich wird die Lösung im Bereich von Abrechnung und Zeitwirtschaft alle gesetzlichen Neuerungen automatisch berücksichtigen, wie wir es aus der alten Welt des SAP HCM kennen. Dabei wird diese Lösung technisch auf die HANA-Plattform der SAP SE angepasst sein und somit gerade für große Unternehmen ganz erhebliche Vorteile im Bereich des Antwortzeitverhaltens aufweisen. Was für viele von uns auch nicht ganz unwesentlich sein dürfte: Stand heute werden vorhandene Lizenzen angerechnet und der Wechsel auf H4S4 von der SAP SE vorgedacht. Es sollen vorkonfigurierte Migrationswege angeboten werden, welche einen Wechsel auf H4S4 kaum aufwändiger als den Wechsel auf ein neues Enhancement Package machen.

Hat H4S4 auch Nachteile? Ganz eindeutig, ja. Es ist erstmal nicht viel mehr als alter Wein in neuen Schläuchen. Es gibt mit Ausnahme von Oberflächen und einigen wenigen Anpassungen nichts wirklich Neues. Die Lösung ist als „Übergangslösung“ gedacht, nicht als neue Lösung. Das bedeutet insbesondere, dass herausragende neue Funktionalitäten in Bereichen des Talentmanagements oder des Recruitings nicht zu erwarten sind. Hier erwarten wir einfach nur die guten alten Lösungen, nicht weniger, aber eben auch nicht mehr.

Was genau unterscheidet SF EC von den anderen beiden Lösungen?

Und genau hierin unterscheidet sich SuccessFactors Employee Central – kurz SF EC – von den beiden oben genannten Lösungen. Hier werden in den nächsten Monaten und Jahren die neuen Entwicklungen einfließen und stattfinden. Egal, ob Stichworte wie New Work, Künstliche Intelligenz oder Chat Bots – in SuccessFactors Employee Central werden diese Schlagwörter ihre technische Umsetzung erfahren.

Employee Central (kurz: EC) ist DIE zukünftige Stammdatenplattform für Ihre Personalwirtschaftsdaten – das hat die SAP SE in den letzten Wochen nochmals unmissverständlich und sehr deutlich herausgestellt. Egal, ob die neue Zeitwirtschaftslösung SAP SuccessFactors Time Tracking oder mit der gerade erst beginnenden Entwicklung einer neuen Abrechnung: Stammdatenplattform wird SF EC sein. Das ist tatsächlich eine Zeitenwende. Bislang war immer klar, dass die Stammdaten für die Core-Themen wie Abrechnung und Zeitwirtschaft in der SAP-HCM-Lösung gepflegt werden müssen, weil das EC darauf nicht ausgelegt ist. Es fehlen im EC hierfür momentan noch einige Dinge, die für uns im SAP HCM alltäglich sind: bspw. Gruppierungen von Personalteilbereichen für Lohnarten oder Arbeitszeitplanregeln.

Das zeigt aber auch, woher das EC ursprünglich kommt: aus dem Bereich Talentmanagement. Und auch das ist ein weiterer großer Unterschied: Die Stammdatenverwaltung im SAP HCM ist gemacht worden, um Abrechnung und Zeitwirtschaft im SAP HCM mit Stammdaten zu versorgen. Das EC wurde gebaut, um weltweite Stammdatenhaltung zu ermöglichen Darauf sollte dann ein Talentmanagement aufgebaut werden und ggf. unterschiedlichste Abrechnungssysteme mit Stammdaten versorgt werden können. Die Versorgung der Abrechnung war also ein nachgelagertes Interesse.

Der offensichtlichste Unterschied ist aber noch ein anderer: EC wurde mit der Intention gebaut und entwickelt, dass Mitarbeiter ihre Daten selber pflegen können und damit Führungskräfte einen einfachen und schnellen Überblick über die Stammdaten ihrer Mitarbeiter und ihrer Unternehmensstrukturen haben, und das alles selbstverständlich auch von mobilen Endgeräten aus. SAP HCM wurde entwickelt, damit Experten möglichst schnell über einen normalen PC Stammdaten erfassen, verändern und aktualisieren können. Dass Mitarbeiter selbst Daten pflegen und Führungskräfte auf diese Daten zugreifen möchten, kam erst später über Employee Self Services und Manager Self Services dazu. 

Im Vergleich – was sind die Vorteile der On-Premise-Lösungen im Vergleich zu SF EC?

Das macht dann auch die Vorteile der On-Premise-Lösungen deutlich: Immer dann, wenn es darum geht, in der Abrechnung schnell eine Vielzahl von Daten zu clustern und zu verändern, ist das für Experten gedachte System (ja, der so oft gescholtene SAP GUI) kaum zu schlagen. Experten wie Abrechner oder Zeitwirte finden sich – wenn sie den SAP GUI beherrschen – schnell zurecht, können schnell Massendaten verarbeiten und Veränderungen anstoßen. Wohlgemerkt, wenn sie den SAP GUI beherrschen. Bis dahin ist der Weg steinig und schwierig.

SuccessFactors Employee Central ist stark, wenn Endanwender die Stammdaten selbst pflegen oder wenn an einer Vielzahl von Standorten (gleichgültig ob national oder international) im System wenig bewanderte Kolleginnen und Kollegen Stammdaten pflegen sollen. Dann überzeugt die schnell erlernbare und webbasierte Oberfläche mit häufig fast selbsterklärenden Anwendungsschritten. Und eines muss auch hier deutlich sein: fehlende Funktionalitäten werden kommen. Ich bin fest überzeugt, dass wir in einem Zeitraum von 2 bis 3 Jahren genau die Clustermöglichkeiten bekommen werden, die uns heute fehlen. Auch die berühmte  „Zeitscheibenproblematik” sowie die Möglichkeit Massendaten für Abrechnungs- und Zeitwirtschaftsdaten zu verändern (Stichworte wären bspw. Tarifveränderungen) werden sich ganz erheblich verändern und verbessern. Denn ohne diese Lösungen wären und sind Anwendungen wie SAP SuccessFactors Time Tracking oder gar die neue Gehaltsabrechnung nur schwer konkurrenzfähig. Und wenn SAP in den letzten 30 Jahren in der Personalwirtschaft etwas konnte, dann eine weltweit konkurrenzlos gute Abrechnungslösung bereit zu stellen. 

5 Fragen, die Sie sich stellen sollten

  • Habe ich verschiedenste Payroll-Systeme und benötige einen einheitlichen Stammdatenlayer über diesen Systemen?
  • Bekomme ich einfache Aussagen wie „Gesamtmitarbeiterzahl“ oder auch „Alterspyramiden“ oder ähnliches unternehmensweit eben nicht einfach aus dem System?
  • Habe ich viele kleine Standorte, in denen kein geschultes HR-Personal ist? Habe ich bspw. eine Vielzahl von Filialen oder kleinen dezentralen Vertriebseinheiten?
  • Will ich möglichst viel HR-Eingaben im Stammdatenbereich an Führungskräfte oder Mitarbeiter übertragen?

Wenn Sie mindestens eine dieser Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, dann ist SuccessFactors Employee Central vielleicht das Mittel der Wahl für Sie. In diesem Fall sollten wir miteinander sprechen. Gerne stellen wir Ihnen die Möglichkeiten des SF EC im Detail im Rahmen einer Websession oder bei Ihnen im Unternehmen vor. Melden Sie sich einfach unter meiner E-Mail. Gerne vereinbaren wir einen für Sie kostenfreien Termin.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema? Dann kontaktieren Sie mich gerne.

Michael Kleine-Beckel (Autor) | HR-Experte | Michael.Kleine-Beckel@team-con.de
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